Josefine Cronholm - 09/02/2012, Oper Halle

Ihre Plattenfirma „Act“ bezeichnet Sie als „Goldkehlchen“. Das ist logisch, denn der skandinavische Jazz bezieht seine Inspiration aus der traditionellen Volksmusik. Diese These wird von der Musik von Jan Garbarek, über Nils Landgren bis hin zu Esbjörn Svensson immer wieder kraftvoll bewiesen. Nicht anders ist das bei Josefine Cronholm. Die Modern Jazz-Sängerin gilt hierzulande immer noch als Geheimtipp, und das obwohl sie schon 2003 in ihrem Heimatland zur Jazz-Interpretin des Jahres gekürt wurde und in Dänemark bereits zwei Mal den Jazz-Grammy abräumte. Ihr jüngstes Programm "Songs Of The Falling Feather" entführt das Publikum musikalisch in die schwedischen Wälder von Josefines Kindheit - wo man "schreien konnte, ohne dass einen jemand hörte, das war wunderbar", so die Sängerin. Diese unglaubliche Stille der Umgebung ist paradoxerweise das tragende Element ihrer Musik - eine Stille, in der man Federn fallen hören könnte…! Der Newcomerstatus des skandinavischen „Goldkehlchens“ dürfte sich am Konzertabend also grundlegend ändern.
Line up: Josefine Cronholm (voc), Jonas Berg (p), Gunnar Halle (tp), Samuel Hällkvist (g), Thommy Andersson (b), Bent Clausen (dr, vibraphone,perc)


